Chronik SPD Limeshain
125 Jahre SPD Rommelhausen
Die Geschichte der SPD ist die Geschichte der Menschen, die sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität eingesetzt haben.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts herrschte in ganz Europa Armut, Unterdrückung und Not. Die arbeitende Klasse wurde ausgebeutet und es fehlte an allem, was einem heute selbstverständlich erscheint. Aus diesem Grund widersetzten sich die Menschen der herrschenden Klasse immer öfter.
| 1832 | wurde auf der Hambacher Schlossruine ein freiheitliche "Konstitutionsfest" gefeiert, auch "Nationalfest der Deutschen" genannt. Eine schwarz‑rot‑goldene Fahne mit der Aufschrift "Deutschlands Wiedergeburt' wurde auf der Ruine aufgestellt (30.000 Teilnehmer) Kinderarbeit gehörte zur Normalität dieser Zeit bis 1839 (vorerst nur in Preußen) das Gesetz zum Schutz jugendlicher Fabrikarbeiter erlassen wurde. |
| 1848 | tritt in Frankfurt die Nationalversammlung in der Paulskirche zusammen. Überall wird diskutiert und sich in den umliegenden Gasthäusern versammelt. In Berlin, Wien und Paris entstehen revolutionäre Bewegungen. Die Menschen versuchen in der Folge ihre Lebensbedingungen zu verändern. Aber es gibt auch verschieden Gegenrevolutionen, Verhaftungen, Erschießungen und das Militär marschiert auf. |
| 1863 | das Geburtsjahr der Deutschen Sozialdemokratie. Ferdinand Lasalle gründet in Leipzig den "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein", der sich 1875 mit der von August Bebel gegründeten "Sozialdemokratischen Arbeiterpartei" vereint. Jetzt versuchte man organisiert und solidarisch die Lebensbedingungen der Arbeiter, kleinen Handwerker und Tagelöhner zu verbessern. |
| 1878 | kam das Verbot. Zwei Attentate auf Kaiser Wilhelm 1., mit denen Sozialdemokraten nichts zu tun hatten, liefern Bismarck den Vorwand zu den "Sozialistengesetzen". |
| 1882 | In dieser verbotenen Zeit trafen sich 1882 interessierte Sozialisten heimlich in der Wohnstube der Gaststätte Hensel in Rommelhausen und gründeten den ",Sozialistischen Wahlverein". Verständlicherweise gibt es keine Gründungsprotokolle, jedoch sind ein Teil der Gründungsmitglieder bekannt. Dietz, Spielmann, Steeg, Dillemuth, Margraf, Rack, Wenzel, Reutzel, Engebrandt,Kröll, Bäuscher, Strauch und Hornung sind die Namen, einige wurden leider vergessen. Das Gründungslokal war bald als "rotes Lokal" bekannt, und die Besucher des Gasthauses wurden im täglichen Leben benachteiligt. Auch dann noch als das Sozialistengesetz 1890 aufgehoben wurde und die SPD bei den Reichstagswahlen mit 19,71% stärkste Wählerpartei im Kaiserreich wurde. Schon 1891 forderte die SPD das Wahlrecht für Frauen, was sie aber erst nach dem 1. Weltkrieg 1918 als Revolutionsregierung verkünden konnte. Der 1. Weltkrieg hatte auch in Rommelhausen seine Opfer gefordert |
| 1919 | wird Friedrich Ebert der erste Reichspräsident der Weimarer Republik. Die Arbeit in dem Rommelhäuser "SPD‑Wahlverein" ging voran. Erster demokratisch gewählter Bürgermeister war Gustav Hensel. 1933 wurde er von den nationalsozialistischen Machtergreifern abgesetzt. Mitglieder der SPD, die als einzige Partei gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt hatte, werden bundesweit verhaftet, misshandelt und ermordet. |
| 1945 | Unter Kurt Schuhmacher formiert sich die SPD in den Westzonen neu. Der 2. Weltkrieg hatte in Rommelhausen Tod und Leid über die Familien gebracht. Als kommissarischer Bürgermeister war 1945 Jean Margraf von den Alliierten Truppen eingesetzt worden. 1946 wurde dann bei freien Wahlen der Sozialdemokrat Wilhelm Dietz zum Bürgermeister gewählt. Er war von 1946 bis 1960 im Amt. In den Ostzonen tauft sich im gleichen Jahr die KPD in SED um und nimmt die Sozialdemokraten in Gefangenschaft. Mehr als 5.000 SPDMitglieder werden verhaftet, Tausende müssen flüchten. |
| 1960 | übernahm der ehrenamtliche Beigeordnete Heinrich Wenzel die Amtsgeschäfte für den aus Gesundheitsgründen zurückgetretenen Bürgermeister Wilhelm Dietz. Heinrich Wenzel wurde dann 1961 als nächster sozialdemokratischer Bürgermeister gewählt. Er verwaltete das Amt von 1961 bis 1971 |
| 1971 | schlossen sich die Gemeinden Rommelhausen, Himbach und Hainchen im Zuge der Gebietsreform zu der neuen Gemeinde Limeshain zusammen. Bürgermeister der neu gegründeten Gemeinde wurde der Sozialdemokrat Fritz Lehr, der von 1971 bis 1989 im Amt blieb. Sein Nachfolger wurde Klaus Hühn, ebenfalls Sozialdemokrat (1989‑2001). Ihm folgte 2001 wieder ein Sozialdemokrat, der am 27.01.2008 mit 89,7% wiedergewählte Rommelhäuser Adolf Ludwig. Die Entwicklung der Gemeinde wurde durch die sozialdemokratischen Bürgermeister und die SPD als größte Fraktion entscheidend geprägt. |
| 2007 | In der Bundesregierung als Regierungspartei in der Koalition mit der CDU/CSU beginnt die SPD eine Programmdebatte, die unter dem Motto "Kraft der Erneuerung" steht. Ihr Ziel ist es, die sozialdemokratischen Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, neu zu bestimmen. |
"Besinnt euch auf eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn man Gutes bewirken will."
Willy Brandt



